Interview mit Lea & Lukas aus Brombeerfesseln

Dieses Interview mit meinen beiden Hauptprotagonisten habe ich in mehreren kleinen Teilen auf meiner Facebookseite veröffentlicht. Hier gibt es nun das komplette Interview auf einen Blick zum Nachlesen. Viel Spaß 🙂

Es ist mir gelungen die beiden Protagonisten aus meinem ersten Roman Brombeerfesseln zu einem Interview zu bewegen.
Ich treffe in einem kleinen Café in Limburg auf Lea und Lukas. Lea hockt auf der vorderen Kante eines gemütlich aussehenden Sofas. Sie trägt Jeans und Bluse. Ein weißer BH-Träger aus Spitze lugt hervor. Lukas sitzt deutlich entspannter neben ihr. Die Beine lässig ausgestreckt, Drei-Tage-Bart, T-Shirt mit V-Ausschnitt, das seine Brustmuskulatur betont.

Tanja Russ: Hallo Lea, Hallo Lukas. Danke, dass ihr mir und den Lesern Rede und Antwort stehen wollt.
Ladys first. Lea, bitte stell dich den Lesern kurz vor.

Lea: Guten Tag. Ich heiße Lea Pohlmann. Ich bin 29 Jahre alt und von Beruf Fotografin.

Tanja Russ: Danke Lea. Lukas, jetzt du bitte.

Lukas: Hallo in die Runde. Ich bin Lukas Wilker, 36 Jahre, Bauingenieur. Ich leite gemeinsam mit meinem Partner eine Firma, die sich auf Brückenbau spezialisiert hat. Wir übernehmen Aufträge im In- und Ausland.

Tanja Russ: Danke Lukas.

Tanja Russ: Vielleicht erzählt ihr mal, wie ihr eure Freizeit gestaltet, damit die Leser euch kennenlernen.

Lea (strahlend): Ich liebe es zu fotografieren und bin total glücklich, dass sich die Chance ergab, mein Hobby zum Beruf zu machen. Ich liebe es, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und die besonderen Momente oder Orte mit der Kamera festzuhalten. Den Sonnenstrahl, der sich in einem Tautropfen fängt. Das kleine Mädchen, das einem alten Mann seinen Lolly schenkt. Eine Ruine, wo aus dem Riss in der Mauer eine bunte Blume wächst. Alltägliche Kleinigkeiten, die es wert sind, festgehalten zu werden.

Tanja Russ: Ein schöne Beschäftigung, da hast du bestimmt eine Menge schöner Fotos.

Lea nickt lächelnd.

Tanja Russ: Lukas, verrätst du uns deine Hobbys?

Lukas: Klar, ich arbeite gern mit meinen Händen. Ich besitze ein altes Farmhaus, das ich nach und nach selbst saniert und nach meinen Vorstellungen gestaltet habe. Da gibt es immer was zu werkeln. Das hilft mir runterzukommen und wenn ich etwas fertiggestellt habe, macht mich das stolz. Es gibt auch einen sehr schönen Spielkeller im Haus, den ich komplett selbst gestaltet und gebaut habe. Da kann man sich die Zeit auf sehr angenehme Weise vertreiben.

(Er legt Lea seine Hand aufs Knie und grinst sie so herrlich dreckig an, dass sogar ich rot werde und diskret wegschaue).

Tanja Russ: Kannst du dich mit nur 3 Worten beschreiben, Lukas?
Lukas: Ich bin kontrolliert, dominant und zielstrebig.
Lea (schüttelt den Kopf) „Das bist du alles, aber es reicht lange nicht aus, um dich zu beschreiben.
Tanja Russ: Möchtest du noch drei Worte hinzufügen, die ihn beschreiben, Lea?
Lea: Klar. (überlegt) Fürsorglich, emphatisch und kompromisslos.
Lukas: (brummig) Kompromisslos, das klingt nicht gerade nett.
Tanja Russ: Lukas, kannst du uns Lea in drei Worten beschreiben?
Lukas:
Da fällt mir als erstes: eigenständig, stolz und anschmiegsam ein. Obwohl das allein auch nicht ausreicht, um ihr gerecht zu werden.
Tanja Russ: Möchtest du noch drei Worte hinzufügen, Lea?
Lea: neugierig, lebenslustig, manchmal unsicher.

Tanja Russ: Gibt es Dinge, an die du wirklich glaubst, Lukas?
Lukas:
Ja, an mich. An das was ich im Leben erreichen kann. Aber ich weiß auch, wo die Grenzen meiner Einflussmöglichkeit liegen. Ich kann die Welt nicht ändern, aber auf mein direktes Umfeld kann ich einwirken und Dinge anpacken, die mir sinnvoll erscheinen.

Tanja Russ: Bist du auf etwas besonders stolz an dir, Lea?
Lea:
Ich bin stolz darauf eine Sklavin zu sein. Auf meinen Mut, meine Neigungen auszuleben und mich meinem Dom mit allem was ich habe und bin hingeben zu können.

Tanja Russ: Gibt es Menschen, die dich nicht mögen, Lukas?
Lukas:
Die gibt sich sicherlich. Aber ich könnte dir noch nicht einmal Namen nennen. Denn diese Menschen sind mir gleichgültig.

Tanja Russ: Glaubst du, dass die Vergangenheit für eine Beziehung eine Rolle spielt, Lea?
Lea:
Ich glaube, dass die Vergangenheit uns prägt und uns zu dem macht, was wir heute sind. So gesehen, spielt sie wohl auch in eine Beziehung hinein, denn sie macht mich zu der Partnerin, die ich bin. Mit allen positiven und negativen Einflüssen und Eigenschaften.

Tanja Russ: Folgst du eher deinem Kopf oder deinem Gefühl, Lea?
Lea:
Ich bin ein totaler Gefühlsmensch. Aber ich gebe mir schon Mühe, hin und wieder auch mal nach meinem Kopf zu entscheiden.
Tanja Russ: Wie ist das bei dir Lukas? Kopfmensch oder Gefühlsmensch?
Lukas:
Hättest du mir diese Frage vor einem Jahr gestellt, hätte ich ganz klar Kopfmensch gesagt. Aber inzwischen habe ich an mir wahrgenommen, dass ich auch viele Entscheidungen aus meiner Intuition heraus treffe und mich tatsächlich auch von Gefühlen leiten lasse. Trotzdem kann ich den Kopf nicht ausschalten, der ist immer mit dabei, ganz egal, was ich tue.

Tanja Russ: Lea, hast du schon mal eine Frau geküsst?
Lea
(schmunzelnd): Ja. Es war irgendwie komisch. Aber auch aufregend. Ich fand‘s schön, obwohl es tatsächlich nur ein Kuss war, wenn auch ein ziemlich heißer. Ich könnte mir vorstellen, auch mal mit einer Frau zu spielen.
Lukas Augenbraue schießt in die Höhe. Er sieht überrascht aus, doch dann verziehen sich seine Mundwinkel zu einem Lächeln.
Tanja Russ: Lukas, du siehst aus, als würdest du gerade etwas aushecken. Möchtest du uns an deinen Gedanken teilhaben lassen?
Lukas
Lächeln vertieft sich. Einen Augenblick scheint er zu überlegen, doch dann schüttelt er den Kopf. „Nein möchte ich nicht“, sagt er nur

Tanja Russ: Was denkst du über Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Lukas?
Lukas:
Das halte ich für absolut wichtig und richtig. Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund für eine Gewichtung zwischen den Geschlechtern.
Tanja Russ: Aber widerspricht das nicht deiner Lebenseinstellung als Dom?
Lukas:
Überhaupt nicht. Tatsächlich hat für mich das eine mit dem anderen nichts zu tun. Im normalen Leben schätze ich Augenhöhe. Zwischen den Geschlechtern im Allgemeinen und ganz privat in einer Beziehung im Besonderen. Mit einem Heimchen am Herd könnte ich nichts anfangen. Und auch wenn es beim Sex mit mir normalerweise keine Augenhöhe gibt, gibt es sehr wohl Gleichberechtigung. Die Lust meiner Partnerin ist mir mindestens so wichtig, wie meine eigene. Ich bewege mich bei einer Session innerhalb vorab definierter Grenzen. Diese Grenzen stecken wir gemeinsam. Dann gibt es Hard Limits und Tabus, die Sub vorgibt und die ich als Dom zu respektieren habe. Insofern geht die wahre Macht eigentlich vom devoten Part aus, denn meine Macht endet genau an dieser Grenze.

Tanja Russ: Hattest du schon mal einen Zickenkrieg, Lea? Wer hat gewonnen?
Lea:
Ja, einmal. Es ist glaube ich gar nicht so einfach, mit mir aneinander zu geraten. Aber wenn es sich nicht vermeiden lässt, weiß ich mich zu wehren und notfalls auch auszuteilen. Es war eine Kollegin im Atelier in dem ich als Fotografin arbeite. Wer gewonnen hat möchtest du wissen? Nun, ich arbeite immer noch dort, sie nicht.

Tanja Russ: Warst du beim Bund oder hast du dich für den Zivildienst entschieden?
Lukas:
Ich war beim Bund. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, wenn ich das auch damals, während meiner Wehrpflicht anders gesehen habe.

Tanja Russ: Hattest du schon einmal das Gefühl „dabei“ beobachtet zu werden, Lea?
Lea
: Nein, aber die Vorstellung ist irgendwie… verdammt heiß.
Tanja Russ: Wusstest du, dass Lea die Vorstellung beobachtet zu werden anturnt, Lukas?
Lukas:
(schmunzelnd) Nein, aber es überrascht mich nicht.

Tanja Russ: Hört ihr Zwei eigentlich Musik beim Sex? Wenn ja, welche?
Lukas:
Ja, ich lasse bei unseren Sessions oft Musik laufen. Außer natürlich dann, wenn ich will, dass Lea durch ein Meer von Stille, Lust und Schmerz schwimmt.
Tanja Russ: Und was hört ihr da so?
Lukas: Ich habe ein paar CD’s zusammen gestellt. Teilweise sind es sehr ruhige Lieder, teilweise sind sie brachial. Klassik gehört genauso dazu wie Metal und Rock. Ich wähle ausschließlich instrumentale Stücke aus, damit wir die Musik fühlen. Text stört nur die Konzentration auf den eigenen Körper und den des Anderen. Die Musik muss extrem sein, damit sie zu uns und unserem Sex passt. Extrem ruhig, extrem hart! Auf keinen Fall Mainstream, also kein Pop und keine Schlager.

Tanja Russ: Kannst du deine größte Fantasie beschreiben, Lea?
Lea
(errötend): Nein, das ist mir doch zu intim für diese Runde hier.

Tanja Russ: Stehst du morgens gerne früh auf oder bleibst du lieber etwas länger im Bett, Lukas?
Lukas:
Kommt darauf an, wer neben mir liegt, wenn ich wach werde. Ich liege ungern untätig im Bett herum. Das ist verschwendete Zeit.

Tanja Russ: Eine Frage an euch beide: Piratenfilme oder Ninjas? Warum?
Lea:
Definitiv Piratenfilme. So ein Piratenkapitän hat sowas wildromantisches, dominantes, verwegenes, draufgängerisches. Dazu Sonne, Strand, Meer und traumhafte Südseeinseln. Was kann es schöneres geben, als von einem Piratenkapitän entführt zu werden?
Lukas: Mir sind Ninjas definitiv lieber. Die sind strukturiert, kontrolliert und arbeiten und kämpfen hart für ihr Ziel. Aber, (wirft einen amüsierten Seitenblick auf Lea) wenn es gewünscht wird, gebe ich auch den Roten Korsar.

Tanja Russ: Bist du eher eine Räubertochter oder eine Prinzessin, Lea? Und warum?
Lea:
Ich bin die Räubertochter. Freiheit und Abenteuer sind mir definitiv lieber als gekünsteltes Gehabe und strenge Regeln.
Tanja Russ: Widerspricht das nicht deiner Sehnsucht eine Sklavin zu sein?
Lea
(schüttelt lächelnd den Kopf) Ich bin nirgendwo so frei, wie in den Fesseln meines Dom.

Tanja Russ: Vielen Dank Lukas und Lea für dieses interessante Interview. Es war schön mit euch zu plaudern.

Lukas: Sehr gerne. Es war nett, sich den Lesern mal vorzustellen (schaut in die Runde). Ein Wiedersehen mit Lea und mir gibt es in Brombeerfesseln. Schaut doch mal rein 🙂

Lea lächelt, winkt in die Runde und verlässt Arm in Arm mit Lukas den Raum.